Bewegungswissenschaft und Biomechanik

Sportwissenschaft mit bewegungswissenschaftlichen Schwerpunkt

Flyer zu den Studiengängen

In Deutschland ist die Forschung und Lehre zur menschlichen Bewegung und Biomechanik seit ca. 100 Jahren stark ausdifferenziert. Gerade die zunehmende Digitalisierung in Industrie und Gesellschaft führt zur Forderung nach der Entwicklung und Verbesserung von Computermodellen des menschlichen Körpers. Grundlage dieser Modelle ist ein neuromuskuläres Verständnis der Bewegungserzeugung und Steuerung. Diese Forschungsschwerpunkte werden in der Bewegungswissenschaft zusammengeführt.

Die Bewegungswissenschaft beschreibt und erklärt sport- und gesundheitsrelevante Anpassungsprozesse, die mit Bewegung und körperlicher Aktivität einhergehen und sie liefert Erkenntnisse über die Bewegungssteuerung sowie das funktionelle Zusammenspiel der Bestandteile des neuromuskulären Systems. Diese Erkenntnisse können unter anderem zur Steigerung der Lebensqualität der Menschen (z.B. durch die Verbesserung von Ergonomie und Sicherheit am Arbeitsplatz) oder zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit (z.B. im Leistungssport) beitragen. Darüber hinaus werden Methoden und Messplätze zur Bestimmung charakteristischer neuromuskulärer Eigenschaften entwickelt. Diese Eigenschaften werden als Eingangsdaten sowie zur Validierung von Muskel-Skelett Modellen des menschlichen Körpers benötigt. Ziel des geplanten Studienganges ist es, Mensch-Umwelt-Technik Interaktionen zu analysieren (und zu modellieren) sowie Kenntnisse des biologischen Bewegungssystems Mensch auf technische Systeme zu übertragen. Technische Unterstützungssysteme oder Mobilitätsassistenten würden eine größere Berücksichtigung des Faktors Mensch erfahren und wären somit näher am Menschen orientiert.

Die Absolventinnen und Absolventen des B.Sc. Bewegungswissenschaft sowie M.Sc. Bewegungswissenschaft und Biomechanik werden vorrangig für eine Beschäftigung in den folgenden Organisationen und Tätigkeitsfeldern qualifiziert:

1. Industrieunternehmen:

  • Sportgeräteentwicklung (Weiterentwicklung von Sportbekleidung, Sportschuhen, Hilfsgeräten, „wearables“)
  • Messsystemhersteller (Entwicklung kinematischer, elektrophysiologischer und dynamografischer Messsysteme; Produktberatung im Rahmen des Vertriebs)
  • Mensch-Umwelt-Technik Interaktion u. A. im Maschinenbau, in der Automobilindustrie (z.B. Sitzkomfortentwicklung, Crash-Test Studien)
  • Medizintechnik (Weiterentwicklung von Prothesen, Orthesen)
  • Computerspielentwicklung und Filmindustrie (Animation menschlicher Bewegung)

2. Organisationen des Gesundheitswesens:

  • Kliniken mit orthopädischen und neurologischen Schwerpunkten (z.B. Ganganalysen, neuromuskuläre Analysen)
  • Ambulante Gesundheitszentren (Leistungs- und Belastungsdiagnostik)
  • Orthopädiehäuser, Rehabilitations- und Präventionszentren

3. Organisationen des Leistungssports:

  • Olympiastützpunkte, Fachverbände (z.B. Leistungsdiagnostik, Bewegungsoptimierung, Trainingsberatung)

Für leitende Tätigkeiten in diesen Berufsfeldern sowie stark forschungs- und entwicklungsorientierte Tätigkeiten, empfiehlt es sich, den konsekutiv angebotenen Masterabschluss (M.Sc. Bewegungswissenschaft und Biomechanik) zu erwerben.

B.Sc. Bewegungswissenschaft

Der B.Sc. Bewegungswissenschaft zielt auf die Vermittlung biologischer, biomechanischer, bewegungswissenschaftlicher und simulationstechnischer Kenntnisse des Bewegungssystems Mensch und deren Übertragung auf technische Systeme.

Die bewegungswissenschaftliche Ausbildung des neuen Studiengangs impliziert vor allem die Fachdisziplinen Biomechanik, Trainingswissenschaft, Modellierung & Simulation, Sportmedizin, Motorik und Psychologie. Das Curriculum zielt darauf ab, die Grundmechanismen der menschlichen Bewegung auf der Grundlage eines primär naturwissenschaftlichen Standpunktes zu beschreiben und zu erklären. Die Prinzipien sollen modellhaft beschrieben werden und einen Transfer für diverse Anwendungsbereiche (z.B. Orthopädie, Sportgerätetechnik) gewährleisten. Weiterhin werden physiologische Anpassungsmechanismen an regelmäßige Bewegungen (z.B. Belastung) vermittelt.

Ein wichtiger Bestandteil des Studiengangs ist der hohe projekt- und wissenschaftsbezogene Anteil, der vor allem die Methoden- und Problemlösungskompetenz der Studierenden entwickelt. Durch projekt- und praxisorientierte Veranstaltungen, werden die Studierenden in die Lage versetzt, methodisches Wissen anzuwenden sowie Aufgaben in bewegungswissenschaftlichen Anwendungs- und Forschungsfeldern zu bearbeiten. Die Studierenden können Konzepte, Vorgehensweisen und Ergebnisse kommunizieren und im Team bearbeiten. Sie sind im Stande, sich in die Sprache und Begriffswelt ingenieurwissenschaftlicher Fächer einzuarbeiten, um über Fachgebietsgrenzen hinweg an der Schnittstelle Mensch-Umwelt-Technik mit Ingenieuren zusammenzuarbeiten.

Das aktuelle Modulhandbuch ist über das CMS C@MPUS einsehbar!

Bewerbungen um einen Studienplatz im B.Sc. Bewegungswissenschaft sind online über das Content-Management-System C@MPUS der Universität Stuttgart möglich.

Bitte beachten Sie, dass es sich um einen zulassungsbeschränkten Studiengang handelt und dass eine Bewerbung von Studienanfängern nur zum Wintersemester möglich ist (Ausschlussfrist 15. Juli). 

Informationen zum Hochschulauswahlverfahren an der Universität Stuttgart können Sie der entsprechenden Satzung entnehmen.

Nähere Informationen zum Bewerbungsverfahren und zur Online-Bewerbung über C@MPUS finden Sie Sie auf der Seite der Zentralen Studiengangsberatung der Universität Stuttgart.  

M.Sc. Bewegungswissenschaft und Biomechanik

Der M.Sc. Bewegungswissenschaft und Biomechanik schließt konsekutiv an den B.Sc. Bewegungswissenschaft an und zielt auf die Vermittlung vertiefender biomechanischer, trainingswissenschaftlicher, simulationswissenschaftlicher und sportpsychologischer Kenntnisse ab.

Das Ziel des Studienganges M. Sc. ist es, Bewegungswissenschaftler auszubilden, die in der Industrie und in Organisationen des Gesundheitssystems sowie des Leistungssports bewegungswissenschaftliche Fragestellungen und Probleme bearbeiten und eigenständig Projekte initiieren, leiten und durchführen können.

Die Studierenden erwerben ein vertieftes Wissen über biologische und biophysikalische Zusammenhänge der Bewegungserzeugung, -steuerung und des Bewegungslernens sowie über Belastungs-Anpassungs-Zusammenhänge des menschlichen Körpers. Darüber hinaus erwerben sie die Kompetenz, bewegungswissenschaftliche Problemstellungen zu bearbeiten und Lösungskonzepte zu entwickeln. Um Bewegungen und Anpassungen zu analysieren, werden vielfältige experimentelle Methoden (dynamometrische-, kinemetrische-, neuromuskuläre-, elektrophysiologische- und kardiopulmonale Methoden) angewendet, einer kritischen Diskussion unterzogen und weiterentwickelt. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Masterstudienganges ist die Ausbildung eines modellhaften Verständnisses des menschlichen Bewegungssystems sowie seiner Komponenten. Aufbauend auf den Kenntnissen der Eigenschaften biologischer Gewebe sowie der Bewegungskontrolle werden Computermodelle erstellt und Simulationen von Bewegungen durchgeführt.

In projekt- und forschungsorientierten Veranstaltungen werden vor allem die Methoden- und Problemlösungskompetenzen der Studierenden entwickelt. Weiterhin lernen die Studierenden methodisches Wissen anzuwenden, sowie Aufgaben in bewegungswissenschaftlichen Anwendungs- und Forschungsfeldern zu bearbeiten. Die Studierenden können Konzepte, Vorgehensweisen und Ergebnisse kommunizieren und im Team bearbeiten.

Der Studiengang startet voraussichtlich zum WS 2020/21

Studiengangsmanager

Dieses Bild zeigt Stutzig
PD Dr. habil.

Norman Stutzig

Studiengangsmanager B.Sc. Bewegungswissenschaft

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