Beachvolleyball vor weißer Wand

Beachvolleyball - (BISP Forschungsförderung):

Die Abteilung Sportbiologie und Biomechanik untersucht Verletzungen, welche während des Beachvolleyball Spielens auftreten. Hierfür werden Bewegungssensoren und EMG- Geräte genutzt.

Beachvolleyball-Projekt (c)
Es ist eine Beachvolleyballerin zu sehen die einen Angriffsschlag ausführt. An ihren Beinen sind EMG-Elektroden angebracht.

Was sind Risikofaktoren für die Entwicklung von vorderem Knieschmerz beim Beachvolleyball?

Die deutschen Beachvolleyballer überzeugen bei olympischen Spielen immer wieder mit Glanzleistungen und Medaillen. Wie in jeder anderen Sportart sind Verletzungen und Überlastungsfolgen für die erfolgreiche Teilnahme an Wettkämpfen eine große Belastung für Spieler und Team. Durch die hohe Anzahl an Sprüngen durch Blocks, Angriffsschläge und Aufschläge sind insbesondere Überlastungen der Patellasehne am Kniegelenk ein häufiges Problem unter Spielern. Ausgesprochen hoch ist die Inzidenz bei Spielern, die von der Wintersaison in der Halle in die Sommersaison in den Sand übergehen.

 

Um die Inzidenz von Knieschmerzen bei einem Wechsel zwischen Halle und Sand besser trainingstechnisch vorbeugen zu können, ist es essentiell die unterschiedlichen Anforderungen an den Bewegungsapparat bei Sprüngen zu verstehen. Bisher gibt es nur eine handvoll an Untersuchungen, die volleyballspezifische Sprünge zwischen Sand und Halle untersuchen. In dieser Testreihe soll aber nicht nur der Unterschied zwischen Halle und Sand ermittelt werden, sondern auch zwischen zwei verschiedenen Sandsorten. Zusätzlich werden Unterschiede zwischen nicht betroffenen und betroffenen Spielern herausgearbeitet.

 

Fokus ist dabei die Dynamik des funktionellen Valgus, der nach unserem Wissen noch nicht bei Sprüngen im Sand untersucht wurde. Dementsprechend gibt es auch keine Vergleichswerte zwischen Halle und Sand bezüglich der Becken-Bein-Achse. Da die Sportart durch das schnelle Reagieren die Spieler immer wieder zu einbeinigen Landungen zwingt, ist eine Analyse von einbeinigen Landungen, welche noch nie im Sand durchgeführt worden sind, ein weiterer neuer Parameter. Um all diesen offenen Fragen nachzugehen, gibt es in diesem Messprojekt eine enge Kooperation mit dem Olympiastützpunkt in Stuttgart.

 

In einem zweiten Messsetup wird die willkürliche Ansteuerungsfähigkeit und die spinalen Reflexe durch elektrische Stimulation eines Nerven (femoraler Nerv) untersucht. Dabei steht der Vergleich von gesunden und betroffenen Probanden mit patellafemoralen Problemen im Vordergrund.

 

Aus diesem komplexen Pool an Daten sollen schließlich Hinweise zur Optimierung leistungsdiagnostischer Verfahren und individualisierter Trainingsmaßnahmen entwickelt werden, um Knieprobleme im Beachvolleyball vorzubeugen.

Sensorkalibrierung Beachvolleyballprojekt (c)
Sensorkalibrierung bei einem Athleten auf dem Beachfeld.