Erfolge im Spitzensport lassen sich nur auf der Basis eines umfangreichen und zielgerichteten Trainings erreichen. Spitzensportler und -sportlerinnen absolvieren Trainingsumfänge von bis zu 30 Stunden in der Woche, hinzu kommen Maßnahmen der physiotherapeutischen, medizinischen und psychologischen Betreuung. Die Teilnahme an nationalen und internationalen Wettkämpfen sowie Trainingslagern geht zudem mit hohen Abwesenheitszeiten einher. Dabei finden spitzensportliche Karrieren in einem Lebensabschnitt statt, in dem die Athletinnen und Athleten gleichzeitig auch gefordert sind, ihre Ausbildung und Berufskarriere voranzutreiben. Dies betrifft in hohem Maße auch die Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium, die sich angesichts der hohen sportlichen Anforderungen ohne spezifische Unterstützungsleistungen an den Hochschulen kaum realisieren lässt. Die Universität Stuttgart, der Olympiastützpunkt Stuttgart sowie das Studierendenwerk Stuttgart haben daher eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um die Rahmenbedingungen für studierende Spitzensportlerinnen und -sportler so zu gestalten, dass duale Karrieren möglich sind. Das Ziel dieser Vereinbarung ist es, studierende Athletinnen und Athleten durch Maßnahmen zu unterstützen, die die Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium fördern, dem sportlichen und sozialen Umfeld der Athletinnen und Athleten Rechnung tragen und diese an die Universität Stuttgart und den Olympiastützpunkt Stuttgart binden.
Die Unterstützungsleistungen können Bundeskaderathletinnen und -athleten der olympischen Sportarten (Olympiakader, Perspektivkader, Ergänzungskader und Nachwuchskader 1 der Spitzenverbände), der paralympischen Sportarten (A- bis C-Kader des Deutschen Behindertensportverbandes) sowie der deaflympischen Sportarten (A- und B-Kader des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes), die am Olympiastützpunkt Stuttgart betreut werden, in Anspruch nehmen. Auf Empfehlung des Olympiastützpunktes können auch perspektivreiche Athletinnen und Athleten aus dem Landeskader (LK bis NK 2 der Landesfachverbände) in die Förderung einbezogen werden. Die Förderung beginnt mit der Benennung durch den Olympiastützpunkt und endet mit dem Studienabschluss oder der Beendigung der Sportkarriere. Die zu fördernden Athletinnen und Athleten treten dieser Kooperationsvereinbarung durch eine gesonderte Erklärung bei.
Die Universität Stuttgart benennt Ansprechpartnerinnen und -partnern, die die Athletinnen und Athleten durch individuelle Studienberatung und -planung sowie in Konfliktfällen unterstützen und sie ermöglicht eine zeitliche Flexibilisierung der Studien- und Prüfungsorganisation in Abhängigkeit von den sportlichen Trainings- und Wettkampfanforderungen während der einzelnen Semester und über die gesamte Studiendauer hinweg. Die Athletinnen und Athleten können zudem den Kraftraum am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft im Rahmen der allgemeinen Öffnungszeiten entgeltfrei nutzen.
Der Olympiastützpunkt Stuttgart unterstützt die Athletinnen und Athleten im Rahmen der Laufbahnberatung und stimmt die individuelle Karriereplanung in Spitzensport und Studium regelmäßig mit ihnen und den Verantwortlichen der Universität ab.
Das Studierendenwerk Stuttgart bietet eine besondere Einzelfallberatung für studierende Spitzensportlerinnen und -sportler im Rahmen seiner Angebote in der Sozialberatung und der Psychotherapeutischen Beratung an und stellt ein Kontingent von bis zu 5 Wohnheimplätzen für studierende Spitzensportlerinnen und Spitzensportler bereit. Die Bewerbung für diese Plätze wird über den OSP Stuttgart koordiniert.
Die geförderten Athletinnen und Athleten verpflichten sich zur sorgfältigen Planung des Studiums und zu gewissenhafter Prüfungsvorbereitung sowie dazu, die Universität Stuttgart regelmäßig über sportliche Erfolge zu informieren, repräsentative Aufgaben für die Universität zu übernehmen und nach Abschluss des Studiums an der Duale-Karriere-Beratung von studierenden Spitzensportlerinnen und -sportlern mitzuwirken, sofern dies berufsbedingt möglich ist.
Kontakt an der Universität
Carmen Borggrefe
Prof. Dr.Abteilungsleiterin
Studiendekanin für Sport- und Bewegungswissenschaft