(ZMV I 1 -071501/14-16)

Bisp-Projekt: MISSIE

Entwicklung und Validierung eines Mess- und Informationssystems für Sprünge im Eiskunstlauf.

Mess- und Informationssystem für Sprünge im Eiskunstlauf = MISSIE

 

Die sichere Verfügbarkeit von Drei-und Vierfachsprüngen ist im Eiskunstlauf seit einigen Jahren Voraussetzung für internationale Konkurrenzfähigkeit (King, 2005; Schindler, 2010). In Übereinstimmung mit Knoll, Müller, & Kreibich (2010) ist mit weiteren Schwierigkeitssteigerungen bei Sprüngen zu rechnen. Zudem ist bekannt, dass die Sprungelemente in der Wettkampfergebnisstruktur des Einzellaufs eine dominante Komponente darstellen (Schäfer, 2011). Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Entwicklung und Anwendung von MISSIE zur optimalen Unterstützung des langfristigen Leistungsaufbaues beim Sprungtechniktraining auf dem Eis. Mit MISSIE sollen wesentliche Technikparameter von Sprüngen im Eiskunstlauf als objektive Sofortinformationen zur Verfügung stehen und damit im Feedbackprozess während des Technik- und Lerntrainings genutzt werden können. Der Optimierungsprozess bei der Entwicklung von MISSIE orientiert sich an folgenden Kriterien:

    • automatische Erfassung der biomechanisch relevanten Bewegungsereignisse Einstich, Lösen des Gleitbeines, Abflug und Landung mit Hilfe von Beschleunigungssignalen
    • Quantifizierung und Objektivierung der Technikparameter Flugzeit, Rotationsgeschwindigkeitsverlauf in der Flugphase bei allen Einzelsprüngen und zusätzlich der Parameter Gesamtstützzeit, einbeinige Stützzeit und beidbeinige Stützzeit bei Einstichsprüngen
    • Minimierte Beeinträchtigung des Sportlers in der Bewegungssituation durch die eingesetzte Hardware von MISSIE
    • Bereitstellung der Informationen maximal 10s nach ausgeführtem Sprung
    • mit eigenständiger, windowskompatibler Software bedienbar

Bei Realisierung der oben genannten Zielstellung wird MISSIE genauer und praktikabler als bisher bestehende Systeme. Die Zusammenführung mit dem System EVENTA, welches Bildreihen zur Unterstützung des Techniktrainings generieren kann, wird in Kooperation mit dem IAT angestrebt. Wesentliche Kerngedanken und Forschungsziele dieses Projektes ergaben sich aus der erfolgreichen Bearbeitung des vorangegangenen Projektes (IIA1-070705/12). MISSIE wird bessere Voraussetzungen für den gezielten Leistungsaufbau deutscher Kadersportler im kommenden Olympiazyklus (2014-2018) schaffen.

Zeitstrahl MISSIE (c)
Gezeigt ist ein Zeitstrahl, der zeigt wie sich das MISSIE-Projekt von 2014-2018 entwickelt (hat).

Literatur

    • Knoll, K., Müller, S., & Kreibich, S. (2010). Leistungsrelevanz der sportlichen Technik im Eiskunstlauf und Skispringen. Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft, 17(2), 7–30.
    • King, D. L. (2005). Performing Triple and Quadruple Figure Skating Jumps: Implications for Training. Canadian journal of applied physiology = Revue canadienne de physiologie appliquée, 30(6), 743–753.
    • Schäfer, K. (2011). Beitrag der Sprungelemente zur Wettkampfgesamtleistung im Eiskunstlauf unter Berücksichtigung der Regeländerungen vor der Saison 2010-2011. Universität Stuttgart.
    • Schindler, I. (2010). Aktuelle Entwicklungstendenzen im Eiskunstlaufen unter besonderer Berücksichtigung der Herrenkonkurrenz. Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft, 17(1), 95–101.